Schaumburger Nachrichten: Mit 1,3 Metern Höhe fast ein Zwerg

Die Arbeiten an der neuen Auebrücke zwischen Ahnsen und Vehlen kommen gut voran. Um die Ostertage herum waren – knapp außerhalb des geplanten Bauwerks – ein Probepfahl und einige Reaktionspfähle in die Tiefe gerammt worden (wir berichteten).

Nur für den Laien ein Gewirr aus Beton und Stahl: Widerlager und Pfeiler der neuen Auebrücke sind fast fertig, sodass der „Überbau“ bald errichtet werden kann.thm (4)

Ahnsen. Diese Konstruktion ist Anfang Mai einem Belastungstest unterzogen worden. Ergebnis: Der Boden ist tragfähig genug, um darauf die Brücke errichten zu können. Seither wird mit Hochdruck gebaut.

Bei dem Bauwerk handelt es sich um eine „Drei-Feld-Brücke“ mit zwei Widerlagern und zwei Stützpfeilern. „Das ist eine kleine und vor allem eine sehr niedrige Brücke“, sagt Knut Bischoff zu den Maßen. Für die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereichs Hameln, beaufsichtigt der Diplomingenieur den Fortgang der Arbeiten. „Das läuft hier alles sehr sehr zügig“, ist er mit dem Baufortschritt zufrieden, spricht von einer „sehr positiven Baustelle“, auch was die Qualität der Ausführung angehe. „Das ist deutlich über dem Durchschnitt“, spart er nicht mit Lob für die Arbeiter der ausführenden Baufirmen.

Wie Fachmann Bischoff erläutert, beträgt die Breite beider Fahrbahnen – zwischen den „Schrammborden“ gemessen – insgesamt sieben Meter. Hinzu kommen der einseitig eingeplante Geh-/Radweg sowie der Notgehweg auf der anderen Seite, sodass die Brücke insgesamt etwa elf Meter breit wird. Dabei überspannt das Bauwerk eine Länge von 39,50 Metern zwischen den Achsen der Widerlager. Über der Aue wird es zwischen den Stützpfeilern 16,5 Meter breit, die rechts und links davon liegenden Überflutungsöffnungen werden jeweils 11,5 Meter breit. Zwischen der Aufpflasterung in den Überflutungsfeldern und der Unterkante des Fahrbahnüberbaus wird die lichte Höhe gerade einmal 1,3 Meter betragen.

Ab Anfang Mai sind 66 Ortbetonrammpfähle hergestellt worden, auf denen die eigentliche Brückenkonstruktion aus Widerlagern, Pfeilern und Überbau ruht. Diese bis zu einer Tiefe von etwa 15 Metern in den Untergrund hinab reichende Gründung trägt die Lasten in den Boden ab. Auch die beiden Widerlager der Brücke und die beiden Pfeiler aus Stahlbeton sind inzwischen hergestellt worden. Westlich der Aue sind die Arbeiter gestern damit beschäftigt gewesen, nach und nach die Verschalung abzumontieren, innerhalb derer die einzelnen Bauelemente gegossen worden sind. Östlich sind die Schalelemente bereits verschwunden.

„Noch im Laufe dieser Woche kommt das Traggerüst“, erläutert Bischof die nächsten Schritte. Dieses wird die Verschalung für den Überbau aufnehmen, also für die spätere Fahrbahn. Die kalkulierten Gesamtkosten für die Kreisstraße 73n betragen knapp vier Millionen Euro, wovon die Brücke etwa ein Drittel kosten wird – also rund 1,2 Millionen Euro. thm